HAGEN W. LIPPE-WEIßENFELD
DR. RER. POL., DIPL.-KFM.

Daten

1975                   geboren in Leer / Ostfriesland
1994                   Abitur Stiftung Klosterschule Roßleben, Thüringen
1994-95             Zivildienst Lebenshilfe e.V., Leer / Ostfriesland
1995-97             Banklehre Deutsche Bank, Berlin
1997-01             Studium Betriebswirtschaftslehre, Berlin
2001                   Dipl.-Kfm.
2002-06             Promotionsstudium Politikwissenschaft, Berlin
2004-06             C. Bechstein Pianofortefabrik AG Berlin, Vorstandsassistent
2006                   Dr. rer. pol.
2006                   IHK-Abschluss zum betrieblichen Ausbilder, Berlin
2006-09             KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, Vertriebsleiter
2007-08             KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, zusätzlich Marketingleiter
2009-16             Stiftung Kunstsammlung NRW, Düsseldorf, Kaufmännischer Direktor und Vorstand
2016-21             Meyer Architekten GmbH, Düsseldorf, Kaufmännischer Geschäftsführer
2017                   ProjektSchmiede GmbH, Düsseldorf, Geschäftsführender Gesellschafter

 

Mitgliedschaften

1999                  Verein zur Kunst- und Kulturförderung in den Neuen Ländern e.V.
2002                  Johanniterorden und Johanniter Unfall-Hilfe (JUH)
2009                  Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen e.V.
2011                  Rotary Club Düsseldorf-Kaiserpfalz
2011                  Heimatverein Düsseldorfer Jonges e.V.
2012                  Förderverein Kaiserpfalz Kaiserswerth e.V.
2015                  Kulturpolitische Gesellschaft e.V., Bundesvorstand
2018                  Arbeitsgemeinschaft für Gegenwartsfragen der Rhein. Genossenschaft des Johanniterordens
2018                  Landesjugendensembles Nordrhein-Westfalen e.V., Kuratorium
2018                  Mittelstands- und Wirtschaftsunion Düsseldorf (MIT), Stellv. Kreisvorsitzender
2019                  Europäischer Kulturmarken-Award, Jurypräsident
2020                  Kammermusikfest Oberlausitz, Intendant
2021                  Stiftung für Kunst und Kultur in der Oberlausitz, Stiftungsrat

 

Hintergrund

Als drittes Kind einer weitverzweigten Familie habe ich mich als kleiner Junge des Öfteren gefragt: Was könnte ich eigentlich im Leben mal Neues machen, was nicht schon x Familienmitglieder vor mir gemacht haben?

1992, mit 17 Jahren, war es dann so weit: Ich wechselte vom Bischöflichen St.-Josef-Gymnasium in Bocholt (Westfalen) als erster westdeutscher Schüler nach 40 Jahren nach Thüringen an die traditionsreiche Stiftung Klosterschule Roßleben (www.klosterschule.de). Die Zeit im Internat war ein lehrreiches Abenteuer, der tägliche Umgang mit Menschen, die in einem sozialistischen Einheitsstaat sozialisiert worden waren, höchst spannend und extrem prägend. In Roßleben habe ich gelernt, mich hintenanzustellen (nicht nur an der damals einzigen Telefonzelle im Dorf), geduldig zuzuhören, nicht vorschnell zu urteilen, den Wert von Andersartigkeit zu erkennen sowie unterschiedliche Meinungen als Gewinn und Chance anzusehen.

Mit dieser neuen Lebenserfahrung und dem Abitur in der Tasche ging ich in den hohen Norden der Republik nach Leer in Ostfriesland, um dort bei der Lebenshilfe meinen Zivildienst mit Behinderten zu absolvieren. Wieder so eine Grenzerfahrung, wieder komplett andere Menschen, wieder eine neue Umgebung (in Leer war ich „nur“ geboren, aufgewachsen in Isselburg und Haldern am Niederrhein und in Bocholt im Münsterland). Dieses Mal aber mit dem Unterschied, dass mir Menschen anvertraut waren, die vollständig auf meine Hilfe angewiesen waren. Trotz aller Einschränkungen war bei ihnen so viel Fröhlichkeit und Lebenswille vorhanden – das zu erleben macht demütig und dankbar!

Danach wollte ich unbedingt an die Nahtstelle von Ost und West, nach Berlin, ins Epizentrum der 90er Jahre! Dort war ich während der Banklehre bei der Deutschen Bank wieder der einzige Zugereiste, der sich von der berühmten, sympathischen Berliner Schnauze gelegentlich die Frage gefallen lassen musste: „Fahren Sie eigentlich am Wochenende immer zurück nach Westdeutschland?“ Berlin wurde meine große Liebe, in der ich knapp 15 Jahre verbracht habe. Mein BWL-Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin (www.hwr-berlin.de) schloss ich nach 8 Semestern mit dem Diplom und einer Arbeit ab, die sich inhaltlich um die Berliner Klavierbaumanufaktur C. Bechstein drehte. Weil ich selbst u. a. Klavier spiele, fand ich das Thema der Diplomarbeit „Erfolgsfaktoren zur Gründung eines KMU am Beispiel der C. Bechstein AG“ so spannend, dass ich es unbedingt zur Promotion erweitern wollte. So studierte ich an der Freien Universität Berlin (www.fu-berlin.de) in einem Promotionsstudiengang Politikwissenschaft und schloss dieses Studium mit einer Doktorarbeit über die Klavierbauindustrien in England und Deutschland ab. Danach war in mir der große Wunsch gereift, zukünftig an der Schnittstelle von Wirtschaft und Kultur beruflich tätig zu sein.

Es folgte eine Vorstandsassistenz bei der berühmten Berliner Klavier- und Flügelmanufaktur C. Bechstein Pianofortefabrik AG in den Bereichen Finanzen, Vertrieb, Marketing sowie Künstler- und Kulturmanagement (www.bechstein.de). Die Bechstein AG mit rund 350 Mitarbeitern und rund 40 Mio. EUR Umsatz produziert heute erfolgreicher denn je Klaviere und Flügel in Deutschland, Tschechien und China. Im Rahmen dieser Tätigkeit gründete und organisierte ich im Jahr 2006 u. a. den ersten Internationalen C. Bechstein Klavierwettbewerb-Ruhr in vier Austragungsstädten in Nordrhein-Westfalen und baute die Mehrmarkenstrategie mit den Submarken Bechstein Academy, Zimmermann, Hoffmann und Steinmann systematisch weiter aus.

Dann bot sich die Chance, nach der vollständigen Privatisierung der ehemals staatlichen und insolvenzreifen Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin die Vertriebs- und zeitweise zusätzlich die Marketingleitung zu übernehmen. Ich war begeistert von diesem Angebot, weil ich das Porzellan von KPM liebe! So ein Kulturgut sprichwörtlich wiederzubeleben und KPM zur internationalen Luxusmarke aufzubauen, war eine harte, aber dankbare und unheimlich bereichernde Erfahrung. Noch heute sichtbares Ergebnis und zugleich Erlebnis für alle Sinne ist das Markenmuseum „KPM-Welt“ auf dem Gelände der Manufaktur im Tiergarten (www.kpm-berlin.de).

Im Jahr 2009, ich war inzwischen verheiratet und dreifacher Vater, eröffnete sich mir die Chance, mit 34 Jahren einer der jüngsten Direktoren eines der großen deutschen Museen werden zu dürfen. Das Kuratorium der Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers an der Spitze berief mich zum Kaufmännischen Direktor und Vorstand (www.kunstsammlung.de). Die Landesgalerie für moderne und zeitgenössische Kunst hat drei Museumsstandorte in Düsseldorf (K20, K21 und F3 Schmela Haus) und rund 100 Mitarbeiter. In meine Amtszeit fiel der Anbau eines neuen Museumsgebäudes an das K20 am Grabbeplatz mit einem Bauvolumen von über 40 Mio. EUR sowie der Ankauf der weltberühmten Sammlung des Galeristen-Ehepaars Dorothee und Konrad Fischer. Ebenso durfte ich die unselbständige Stiftung „Kunst im Landesbesitz“ gründen, um für das Land Nordrhein-Westfalen die Kunstsammlung der ehemaligen WestLB (jetzt Portigon AG) in die Stiftung zu überführen, die an die Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen angedockt wurde. Viel Energie habe ich in die Digitalisierung des Museums gesteckt und zahlreiche unternehmerische Maßnahmen umgesetzt, so z. B. die Einführung eines neuen, wirkungsvollen Controlling-Systems, neuer Vertriebssoftware zur Steigerung der Unternehmenserlöse und die Bindung neuer, großer Sponsoren und Drittmittelgeber. Auch das Thema Bauunterhalt der großen Museumsgebäude gehörte zum täglichen Arbeitsbereich. Hier kooperierten wir mit dem namhaften Architekturbüro Meyer Architekten GmbH, eines mit rund 70 Mitarbeitern auf Forschungs-, Bildungs- und Kulturbauten spezialisierten Planungsbüros in Düsseldorf (www.meyer-architekten.de).

Im Jahr 2016 wechselte ich in dessen Geschäftsführung und ließ dem Wechsel gleich noch eine Neugründung zusammen mit dem Büroinhaber folgen. Im März 2017 verwirklichten Jan Hinnerk Meyer und ich mit der Gründung der Kulturberatungsgesellschaft ProjektSchmiede GmbH (www.projektschmiede.gmbh) einen langgehegten Wunsch.

Und weil ich Eingangs meinen Drang geschildert habe, eingetretene Pfade gerne zu verlassen, um Neues zu entdecken, will ich hier nicht verschweigen, dass ich mich mit großer innerer Freude seit einigen Jahren in der Heimat meiner Vorfahren in Sachsen ehrenamtlich engagiere. Aus kleinen Benefizkonzerten erwuchs im Jahr 2020 die Premiere des Kammermusikfest Oberlausitz. Eines Klassikfestivals, was die Perlen der Oberlausitz – Schlösser und Kirchen – in den Landkreisen Bautzen und Görlitz, Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien genannt, musikalisch bespielt. Für mich beglückend ist, dass die Oberlausitzer*innen dieses Festival ganz zu ihrer Sache gemacht haben, so dass ich als Intendant eigentlich „nur“ der Anstifter und Ermöglicher bin. Knapp 100 ehrenamtliche Helfer und 40 Botschafter aus Sachsen und ganz Deutschland, darunter Ministerpräsident Michael Kretschmer und Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des deutschen Musikrats, engagieren sich für dieses Gemeinschaftsprojekt auf dem Land. Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch und die Landräte beider Landkreise haben die Schirmherrschaft übernommen (www.kammermusikfest-oberlausitz.de).

Privat bin ich verheiratet mit der Neurologin Dr. Charlotte von Wilmowsky und Vater von vier lebhaften, fröhlichen Kindern, mit denen meine Frau und ich jeden Tag die Welt neu entdecken dürfen!

 

Sprachen

Deutsch, Englisch

 

ARTIKEL / VORTRÄGE / PUBLIKATIONEN (Auswahl)

Wie verändert Corona die Theater, Opern- und Konzerthäuser?, Interview in: theater management aktuell, Nr. 97, Dez.20/Jan.21, 24. Jahrgang, S. 4-6 (https://www.projektschmiede.gmbh/2020/12/wie-veraendert-corona-die-theater-opern-und-konzerthaeuser-2/).

Genossenschaft als Modell für die Kultur, Gastbeitrag in: RHEINISCHE POST, Düsseldorf, 14.04.2020, S. C7 (https://rp-online.de/kultur/hagen-lippe-weissenfeld-von-den-impulsen-der-kultur-profitieren-alle-erst-recht-nach-der-corona-starre-_aid-50026617).

Kulturbauten – Lust oder Last? Artikel in: KM-Magazin / Kultur und Management im Dialog, Nr. 139, Ausgabe 12/2018, S. 30-35 (https://www.kulturmanagement.net/Magazin/Ausgabe-139-Kulturimmobilien,150).

Erst nachdenken, dann loslegen, Artikel in: DER TAGESSPIEGEL, Berlin, 14.10.2017, S. 30
https://www.pressreader.com/germany/der-tagesspiegel/20171014/282333975132547

Controlling als Mittel zu mehr Freiheit? Artikel in: KM-Magazin / Kultur und Management im Dialog, Nr. 115, Ausgabe 10/2016, S. 9-12 (https://kulturmanagement.net/beitraege/prm/39/v__d/ni__3127/index.html).

Immer mehr Baustellen in der Kultur, Gastbeitrag in: RHEINISCHE POST, Düsseldorf, 28.05.2016 (http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kultur/immer-mehr-baustellen-in-der-kultur-aid-1.6002008).

Interne Kommunikation an deutschen Museen. Von unten gewünscht – von oben gewollt?  Vortrag im Rahmen der Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes am 6. Mai 2015 in Essen zum Thema „Warum interne Kommunikation so wichtig ist. (http://www.kulturfinanzierung.de/beitraege/prm/39/v__d/ni__3004/kind__0/index.html).

Geld schafft Kunst – Kunst schafft Geld, Artikel in: DER TAGESSPIEGEL, Berlin, 22.10.2015, S.30 (http://www.tagesspiegel.de/kultur/kulturinvest-kongress-geld-schafft-kunst-kunst-schafft-geld/12461100.html).

Können Museen Marke? Artikel in: Markenmagazin PUBLIC MARKETING, Ausgabe 10/2015, S. 34-37 (http://www.publicmarketing.eu/news/detail.php?rubric=News&nr=14078&PHPSESSID=e6o92n7mlhpg0isohim9gd6p06).

Erfolgsfaktoren der Museumsmarke Kunstsammlung-Nordrhein-Westfalen
Marke.Märkte.Marketing., Vortrag im Rahmen des 4. Hans Diers Marketing Symposiums, Kunsthalle Bremen, 09.06.2015 (http://www.hans-diers-symposium.de/Programm/372/Erfolgsfaktoren-der-Museumsmarke-Kunstsammlung-Nordrhein–Westfalen).

Art Partner Relations GmbH: Tipps & Tricks für erfolgreiche Event-, Sponsoring- und Drittmittelakquise, Vortrag im Rahmen des Kulturinvest-Kongresses Berlin, 30.10.2014 (https://issuu.com/causales/docs/kik_2014_web).

Qualitätsmessung durch Vergleichszahlen?
Vortrag im Rahmen der Tagung „Qualität in Museen“ des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, 23./24.10.2014 (http://www.lwl.org/kultur-download/Programm.pdf).

Strategische Führung eines großen Museums, Artikel in: Der Kulturbetrieb, Ausgabe 01/2014, S. 10-12 (http://www.kulturbetrieb-magazin.de/fileadmin/user_upload/kulturbetrieb-magazin/magazin/KulturBetrieb-2014-Ausgabe-1-Februar.pdf).

Verantwortungsvolles Ressourcenmanagement im Museum
Vortrag im Rahmen des Kulturinvest-Kongresses Berlin, 25.10.2013 (https://issuu.com/causales/docs/kulturinvest_2013_programmheft/29).

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen: Strategische Führung eines Museums
Vortrag im Rahmen des 25. Stuttgarter Controller-Forum, 21.09.2011 (http://www.beck.de/rsw/upload/Controlling/Programm_Stuttgarter_Controller_Forum_25.pdf).

Péter Horváth / Marion Ackermann / Hagen W. Lippe-Weißenfeld: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen: Strategische Führung eines Museums als Marke, in: Kultur unter Spannung (Reiner Küppers, Hg.), Kulturverlag Kadmos, Berlin 2011 (http://www.kulturverlag-kadmos.de/var/kadmos/files/books/Leseproben/9783865991508_kultur-unter-spannung.pdf).